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Tag Archives: Paddeln

Für die ersten beiden Tage war Standquartier angesagt, ein langsamer Anfang für uns Kastenpenner zur Gewöhnung an das Zeltleben. Der erste Tag bestand aus der Anreise und einem Angrillen bei Wolkenbruch und Hagel. Aber wir blieben trocken beim Grillen dank unserer überdachten Sitzgruppe auf der Zeltwiese des Verein Kanusport Dresden in Wehlen.  Ganz am Ende vom Ort Wehlen gelegen ohne Autoverkehr sehr ruhig und schön. Auch von den sonst üblichen Vatertagsausflüglern blieben wir verschont. Ab und zu trieb eine Gummiboot mit Gruppen vorbei. Nach der Abkühlung von oben kam umgehend wieder die Sonne heraus, so dass es noch ein schöner Abend wurde, auch die Dresdener Paddelkameraden wissen was man braucht, Bier. Für einen Unkostenbeitrag wechselt das kühle Blonde den Besitzer. Und dies war bei allen Plätzen so.

1. Paddeltag: Decin(CZ) – Wehlen, 37 km, Paddeln ohne Gepäck

Die erste Etappe auf der Elbe startet im tschechischen Decin, ca. 10 km hinter der Grenze. Die Anfahrt führt über Looohmen (und es geht doch Hans-Werner!) und folgt entlang der Elbe. Das Wetter ist drückend sonnig, sicherlich dem Unwetter am Vortag geschuldet. Ohne diesen Anfang würde man einen der schönsten Abschnitte der Elbe, die in Tschechien Labe heißt, verpassen. Heute sitze ich hinten und steuere. Möglich wäre in diesem Boot auch eine Steuerung vorne, aber wir bekommen es selbst mit geballtem Paddel-Know-How nicht hin. Am frühen Nachmittag, wie auch später bei den längeren Touren, sind wir wieder in Wehlen. Den Platz unserer Zeltwiese ziert seit einiger Zeit ein kleiner Maschendrahtzaun, um die Wildschweine fernzuhalten, scheinbar mit Erfolg. Nach einer kleinen Siesta im Schatten und der notwendigen Körperpflege (Sonnenmilch-Schweiß-Neogeruch muss weg), holen wir mit meinem Auto das andere vom Einstieg aus Decin zurück. Auf dem Hinweg suchen wir uns ein kleines, möglichst einheimisch kochendes Lokal aus, dass wir später besuchen. Einheimisch ist es, hätte aber besser sein können und bleibt somit hier unerwähnt.

2.Paddeltag: Wehlen-Radebeul, 43 km, durch das Ex-Welterbe

Heute heißt es packen. Für unsere Mitpaddler ist dies fast eine tägliche Kleinigkeit da sie bereits mehr als einmal die Erde im Boot umrundet haben. Für uns ist dies beim ersten mal seit langer Zeit, zudem zum ersten Mal mit Gepäck im Zweier, etwas schwieriger. Aber dank unseres Minimalismus und Karens Packqualitäten passt alles erstaunlich locker ins Boot. In den nächsten Tagen, ich kann es an dieser Stelle vorwegnehmen, werden wir schneller sein und (fast) gleichauf mit den ‚Profis‘. Von Wehlen paddeln wir heute ebenfalls bei drückender Schwüle aus der Sächsischen Schweiz heraus, vorbei an Pirna. Nächste Station ist das Schloss Pillnitz. Eine Eispause, von der Hälfte der Besatzung durchaus gewünscht, wird kurzfristig verschoben. Bei der regulären Pause (Paddler müssen immer eine Pause machen, egal wie lang die Strecke ist) gibt es dann doch noch das Eis, sogar in Kugelform. Lecker! Doch die Eile einiger Mitstreiter mahnt zur Weiterfahrt, so dass bald das Tagesziel in Radebeul, das Boothaus von Planeta Radebeul, erreicht wird. Die letzten Meter zu dem sehr schön gelegenen Zeltplatz mit Schattenbaum, Tisch und Bänken wird mit vereinten Kräften und Bootswagen über steile, mit Absatz versehene Brockenwegplatten zurückgelegt. Die Bootshauswartin ist, wie in allen anderen Bootshäusern, sehr freundlich. Sie zeigt uns alles. Der Verein baut z.Z. ein neues Bootshaus, welches in Zukunft der Elbe trotzen soll. Das Beste ist die Küche die eher einem Bierkeller gleicht. Für den obligatorischen Euro gibts hier die begehrte Brause. Der Abend endet wie die meisten recht früh, da die viele Luft doch müde macht. Auch die Körper müssen ruhen, und dafür geht es dann morgens meist früher los.

3. Paddeltag: Radebeul – Riesa, 38 km, zu den Marienkameraden

Heute paddeln wir durch die letzten Ausläufer des Sächsischen Berglandes (ich nenn das jetzt mal so). Schön ist es und wieder mal scheint die Sonne. Aber heute ist es nicht so drückend wie die vorangegangenen Tage. Die Strecke heute ist die kürzeste, weshalb wir trotz der obligatorischen Pause schon früh auf dem riesigen Platz der Marinekameradschaft Riesa ankommen. Warum der Platz so riesig ist, erschließt sich uns nicht. Es liegt wenig rum und viel los ist auch nicht. Wir sind wie fast immer alleine und suchen uns einen schönen Platz unter Bäumen. Der Nachmittag wird mit Nichtstun vertrödelt. Die Stadt Riesa besuchen wir nicht, weil sie lt. eines Paddelkameraden nicht sehenswert ist (was er eigentlich gesagt hat, gebe ich lieber nicht wieder). Vermutlich haben wir so den schönsten Ort auf Erden verpasst. Wir holen es dann irgendwann nach, versprochen. Die Duschen sind zunächst kalt und werden nach Klärung mit einer sächsischen Mundart später warm. Ein kühles Bier gibt es bei den Kameraden auch nicht. Scheinen Asketen zu sein. Aber nett waren sie trotzdem auf ihre Art. Den langen Nachmittag und Abend vertun wir somit auf dem Platz.

4. Paddeltag: Riesa – Torgau, 50 km, wo Amis und Russen sich trafen

Die heutige Tour wird etwas länger als die der letzten Tage. Auch der teilweise kräftige Nord-Ostwind tut sein Übriges. Aber immer wieder macht die Elbe einen Bogen, so dass auch unserer (Segel-)Schirm zum Einsatz kommt. Als Päckchen treiben wir dann mit Strömung und Wind die Elbe entlang. Wir haben es nicht eilig, kein Schiffverkehr behindert uns oder wir sie. Nur auf die bekannten Magnetbojen muss geachtet werden. Bei einem großen Schirm vor der Nase gar nicht so einfach. Irgendwann rückt dann das Schloss Hartenfels in Torgau in Sichtweite. Der Ausstieg beim Torgauer KC ist defekt, vermutlich hat ein längeres Schiff  den Anleger beim Wenden zerstört. Daher steigen wir bei den Ruderern aus, nicht direkt am Steg, sondern an einer weiteren Brockenwegplatte. Auch von hier müssen wir zu viert die Boote nach oben wuchten. Das Bootshaus der Torgauer ist nach dem Hochwasser 2002 neu gebaut worden. Ein Problem was viele Anlieger und Bootshäuser an der Elbe hatten und haben. Abends gehts zum Essen und vorher kurz durch die sehenswerte Altstadt von Torgau. Das Wetter ist wie immer die Tage wunderbar, so dass wir am Marktplatz draußen essen. Wir bestellen unterschiedliche Speisen, aussehen tun sie aber ähnlich. Schmecken tun sie, zumindest den meisten. Nicht jeder ist der Italienischen Küche gegenüber aufgeschlossen. Der Abend klingt mit Rotwein aus unserem 3-Liter-Schlauch aus, das tolle Ur-Krostitzer im Kühlschrank des Bootshaus wird verschmäht.

5.Paddeltag: Torgau – Wittenberg, 58 km, wo vor 500 Jahren die Reformation entstand

Der letzte und fünfte Paddeltag unserer Elbetour ist gleichzeitig der längste. Um 15:21 soll es in Wittenberg regnen, so dass wir schon um 08:30 auf dem Wasser sind. Das sollen andere mal schaffen, die erst um 10:30 Brötchen fürs Frühstück holen. Der Wind hat etwas mehr auf Nord gedreht, aber auch seine Kraft etwas verringert ,so dass er kaum eine Problem ist. Die obgliatorische Pause wird noch bei Sonne genossen, kurz danach durchpaddeln wir den einzigen kurzen Regenschauer aller Tage (mal vom Unwetter in Wehlen abgesehen). So kommen wir noch dazu, unsere Regenjacken einmal durchzulüften und An-Auskleidesport zu betreiben. Pünktlich vor 15:21 sind wir in Luthers Stadt, in der er vor über 500 Jahren die Reformation eingeleutet hat. Das Gelände ist ein ein Zusammenschluss mehrerer Wasssersportvereine. Auch hier liegen die Räumlichkeiten im ersten Stock. Bei Hochwasser dürfte jedes Mal die Etage mit den Booten nass werden. Zum ersten Mal verbringen wir den Abend in einem Klubhaus, es ist doch recht windig und wechselhaft draußen. Der Verein hat eine vorbildliche Küche mit allem was der Reisende braucht. Auch ein Raum zum Übernachten wird uns angeboten falls es schlechter wird. Dankend lehnen wir ab, wir sind ja keine Weicheier, sondern knallharte, gestählte Paddler.

Vom Platz in Wittenberg zum Bahnhof ist es nur ein Katzensprung, so es sich anbietet, von hier die Autos nachzuholen. Über Leipzig und Dresden geht es mit dem Zug zurück nach Wehlen. Zuletzt queren wir noch einmal standesgemäß die Elbe mit einer kleinen Fähre. Die Rückfahrt nach Wittenberg dauert ca. 2,5 h. Dort gibt es noch kurz Kaffee und einheimischen Kuchen wie eine Eierlikörschecke. Den Namen musste man dazu sagen, rausgeschmeckt hätte ich es nicht. Aber ich will nicht undankbar sein für das Geschenk. Danke auch für die erstklassige Planung und wunderbare Paddelwoche an die Mitpaddler. Wann machen wir den Rest der Elbe?

Bilder im Album.

Pfingsten ging es nach (für uns) längerer Zeit mal wieder auf die Unterweser. Start war beim KC Rönnebeck. Wir mußten am Samstag früh starten, da bereits ab 07:30 abfließendes Wasser angesagt war. Üblicherweise reicht die Zeit gut um bis zum Tidenkipp im 35km entfernten Sportboothafen Nordenham zu sein. Diesmal hielt jedoch der kräftige Gegenwind von 3-4 Beaufort dagegen. Mit dem letzten Schluck Wasser erreichten wir aber unser Ziel. Leider hatte am Abend das übliche Fischlokal beim Hafen geschlossen wegen Geschäftsaufgabe. Anton fand aber ein nettes Lokal am anderen Ende der Stadt. So kamen wir nicht nur in den Genuß von 35 Paddel-Kilometern, sondern auch noch von insgesamt fast 10 Fuß-Kilometern.

Am Sonntag ging es bei bestem Wetter zurück Richtung Nordenham mit dem Tageziel Elsflether Sand. Hier wurde traditionell wild gecampt (natürlich ohne Hinterlassenschaften).

Montag wurden schließlich die letzten 9km Richtung KC Rönnebeck angetreten, aufgrund der Tide erst ab 15:00. Mehr Bilder im Album.

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Wir wollten die weite Fahrt nach Wesenberg nicht antreten, daher fanden wir uns mit einigen Klubkameraden auf dem Campingplatz Heinsen ein. Der Platz hat keine Dauercamper, wird von netten Holländern geführt, liegt sehr ruhig und hat hervorragende Sanitäreinrichtungen. Freitag und Montag sind wir gewandert, Samstag und Sonntag gepaddelt. Bilder gibts im Album.

Weser bei Heinsen

Wieder einmal versuchte sich eine kleine Gruppe des PKH an dieser Tour. Wieder einmal, da diese Fahrt bereits letztes Jahr zur gleichen Zeit mit viel Mühen in Schleimünde endete. Der Wind war Schuld. Auch ich erlebte dies im Jahre 2010 bei einem ähnlichen Versuch mit gleichem Ende. Auch dieses Mal wussten wir bereits vorher das es eng werden könnte und wir waren uns nicht sicher ob der Reservetag ausreichen würde. Ich kann es vor wegnehmen – er reichte!
Am Freitag starteten wir gegen 08:00 in Hannover und stiegen gegen 13:00 in Schleswig ins Boot. Vorhersage für diesen Tag war ein Rückenwind bis 4 bft. Dieser Wind verlieh uns förmlich Flüüügel und so waren die 30km bis Arnis kein Problem. Dort campierten wir bei Event-Nature an der Schleifähre. Der Punkt ist markant da hier ein schwer nach somalischen Piratenschiff aussehendes Etwas in der Schlei liegt. weiterlesen »